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06.11. 11:31

ROUNDUP: Maue Autokonjunktur macht Zulieferer Norma zu schaffen


MAINTAL (dpa-AFX) - Die schwache Autokonjunktur hat dem Verbindungstechnikspezialisten Norma im dritten Quartal weiter zugesetzt. "Die angespannte Situation auf dem globalen Automobilmarkt stellt nach wie vor eine Herausforderung für uns dar", verdeutlichte Finanzvorstand Michael Schneider, der seit dem Abgang des ehemaligen Konzernchefs Bernd Kleinhens im Sommer dessen Aufgaben mit übernommen hat. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging der Überschuss um gut ein Fünftel auf 16,4 Millionen Euro zurück, wie das SDax -Unternehmen am Mittwoch im hessischen Maintal bei der Vorlage ausführlicher Zahlen mitteilte.

Der Kapitalmarkt reagierte mit wenig Begeisterung. Die Norma-Aktie lag am Vormittag knapp zwei Prozent im Minus und notierte zuletzt bei 35,36 Euro. Seit Beginn des Jahres haben die Papiere fast 20 Prozent an Wert verloren und gehören damit zu den schwächeren Titeln im Nebenwerteindex SDax, in den Norma erst kürzlich abgestiegen war.

Wegen der schlechteren Geschäfte mit der Autoindustrie hatte der Zulieferer bereits Mitte Oktober zum wiederholten Mal seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr 2019 gekappt und dabei unter anderem auf den Einbruch des Geschäfts in den USA verwiesen. Die gesenkte Prognose wurde nun bestätigt. Bei den Erlösen erwartet Norma einen deutlichen Rückgang. Bei der bereinigten Ebita-Marge geht das Management weiterhin von einem Wert von über 13 Prozent aus.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich zwar um 2,2 Prozent auf 274 Millionen Euro, ohne Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe ging er jedoch um 0,1 Prozent zurück. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) sackte um 10 Prozent auf 38,7 Millionen Euro ab, die Ebita-Marge lag mit 14,1 Prozent um 1,9 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert.

Der Rückgang der Marge in den ersten drei Jahresvierteln sei im Wesentlichen auf die deutlich geringeren Produktionsvolumina in der Automobilindustrie, einen Anstieg der Personalkosten sowie Kosten aus der Einführung eines IT-Systems an einem Standort in Lateinamerika zurückzuführen, hieß es seitens des Unternehmens. Ungeachtet der insgesamt schwierigen Lage verwies Interimschef Schneider auf die positive Entwicklung des Geschäftsfelds Wassermanagement. Sie unterstreiche, dass Norma nachhaltig stabil aufgestellt sei.

Erst am Dienstag hatte das Unternehmen den Start eines Spar- und Umbauprogramms bekanntgegeben, im Zuge dessen Norma bis zum Jahr 2023 jährlich 40 bis 45 Millionen Euro einsparen will. Bis dahin sollen für das Programm insgesamt Kosten von rund 45 bis 50 Millionen Euro anfallen.

Die Norma Group stellt unter anderem Schläuche, Verschraubungen, Rohre und Befestigungen her. Die Produkte des Verbindungsspezialisten kommen etwa in der Autoindustrie, bei Luftfahrt und Marine, in Kühlsystemen oder im Wassermanagement zum Einsatz. Das Unternehmen hat laut eigenen Angaben rund 9000 Mitarbeiter und seinen Sitz im hessischen Maintal bei Frankfurt./eas/men/fba