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09.03. 17:01 98,66$ +6,93%
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Ölpreis (BRENT) schießt über 100 USD: Iran-Konflikt löst Energie-Schock aus und verschiebt Gewinner im Energiesektor!

Chart-Tweets Leonid Kulikov

Der Ölmarkt erlebt derzeit einen der heftigsten Angebotsschocks seit Jahren. Der eskalierende Krieg mit Iran legt zentrale Exportwege im Nahen Osten lahm und treibt die Preise für Energie weltweit nach oben. In Europa sprang der Brent-Preis zeitweise auf bis zu 119,50 USD pro Barrel und notierte zuletzt bei rund 107,73 USD – ein Tagesanstieg von etwa 16 % und der höchste Stand seit Mitte 2022. Auch die US-Referenzsorte WTI kletterte zeitweise über 100 USD und lag zuletzt bei rund 92,84 USD. Parallel explodieren die Gaspreise: Der europäische Referenzkontrakt TTF legte zwischenzeitlich deutlich zu und erreichte über 69 Euro pro Megawattstunde. Hauptursache ist die faktische Blockade der Straße von Hormus, einer strategischen Meerenge, über die rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels abgewickelt wird. Laut Marktbeobachtern sind durch Produktionskürzungen im Irak, in Kuwait und Katar bereits erhebliche Mengen vom Markt verschwunden, während gleichzeitig Speicheranlagen in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten rasch an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.

Rohstoffanalysten sehen darin den Beginn eines potenziell längeren Versorgungsschocks. Warren Patterson, Rohstoffstratege bei ING, betont laut Medienberichten, dass der Markt nun „aggressiv eine länger anhaltende Angebotsstörung einpreist“. Selbst wenn die Schifffahrt durch die Straße von Hormus wieder aufgenommen werde, könnte es Wochen dauern, bis Produktion und Logistik wieder normal laufen. Auch Giovanni Staunovo von UBS warnt, strategische Ölreserven könnten zwar kurzfristig eingesetzt werden, seien im Vergleich zur möglichen Angebotslücke jedoch „nur ein Tropfen auf den heißen Stein“. Sollten die Transportwege ein bis zwei Wochen blockiert bleiben, könnten die Preise laut Marktanalysten sogar über 130 USD pro Barrel steigen. Gleichzeitig trifft die Krise auch den Gasmarkt: Nach einem Drohnenangriff auf das Ras-Laffan-LNG-Terminal in Katar – dem zweitgrößten Exporteur von Flüssiggas – schossen europäische LNG-Preise innerhalb einer Woche um rund 67 % nach oben.

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