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Toyo auf Rekordkurs: Doch wie belastbar sind die Zahlen?

Chart-Tweets Andreas H

Im ersten Quartal 2026 liefert der japanisch-amerikanische Solarproduzent Rekordumsatz, Rekordgewinn und eine Marge, die sich in zwölf Monaten vervierfacht hat. Doch nicht alles, was glänzt, ist bereits gesichert.

TOYO Co., Ltd. stellt Solarzellen und Solarmodule her und betreibt Produktionsanlagen in Vietnam sowie in Houston, Texas. Das Unternehmen richtet sich strategisch auf den US-Markt aus und positioniert sich als einer der wenigen vertikal integrierten Inlandsproduzenten in den Vereinigten Staaten.
Zahlen, die den Konsens sprengen.

Der Umsatz im ersten Quartal 2026 kletterte auf 142,8 Millionen US-Dollar, ein Anstieg von 177 Prozent gegenüber den 51,5 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Bruttomarge sprang von 9,3 auf 33,5 Prozent. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 28,4 Millionen US-Dollar, nachdem das Unternehmen im ersten Quartal 2025 noch einen Verlust von 3,7 Millionen US-Dollar ausgewiesen hatte. Das verwässerte Ergebnis je Aktie betrug 0,75 US-Dollar gegenüber minus 0,10 US-Dollar im Vorjahr. Das bereinigte EBITDA lag bei 48,3 Millionen US-Dollar, verglichen mit 2,8 Millionen US-Dollar zwölf Monate zuvor.

Was die offizielle Lesart ausspart

Das Management bezeichnet das Quartal als „wahren Wendepunkt" und bekräftigt die Jahresguidance: ein bereinigter Nettogewinn zwischen 90 und 100 Millionen US-Dollar sowie Solarmodul-Lieferungen von 1,0 bis 1,3 Gigawatt. Was im Earnings Call jedoch auffällt: Die Steuergutschriften nach Section 45x des Inflation Reduction Act sind explizit nicht in der Guidance enthalten, obwohl das Modulwerk in Houston seit Ende 2025 in Betrieb ist. Der Strategie-Chef räumte auf Nachfrage ein, dass die Prüfung der 2025er-Produktion noch läuft und die Compliance-Kontrolle Zeit brauche. Für Anleger bedeutet das: Ein Teil des möglichen Aufwärtspotenzials hängt an einem Prozess, dessen Abschluss und Umfang noch offen sind.

Expansion mit offenem Kapitalbedarf

Das geplante US-Solarzellenwerk in Houston mit 1,5 Gigawatt Jahreskapazität befindet sich noch in der Planungsphase. Angaben zu konkretem Investitionsvolumen, Finanzierungsstruktur und Zeitplan für den Baubeginn machte das Unternehmen nicht. Für den laufenden Ausbau der Modulkapazität von einem auf zwei Gigawatt bis zum dritten Quartal 2026 sind 30 Millionen US-Dollar Investitionsaufwand vorgesehen, die aus dem operativen Cashflow gedeckt werden sollen. Die Bilanz weist zum 31. März 2026 liquide Mittel und eingeschränkt verfügbare Barmittel von zusammen 72,2 Millionen US-Dollar aus, nach 58,9 Millionen US-Dollar zum Jahresende 2025.

Was Anleger im Blick behalten sollten

Als nächster konkreter Beobachtungspunkt gilt das zweite Quartal 2026: Gelingt der planmäßige Abschluss der Modulerweiterung auf zwei Gigawatt bis Ende September, liefert das Management den ersten belastbaren Beleg dafür, dass die Expansionspläne nicht nur auf dem Papier funktionieren. Gleichzeitig wird der Stand der 45x-Prüfung zeigen, ob die ausgesparten Steuergutschriften tatsächlich als Aufwärtspotenzial realisierbar sind oder weiter in der Warteschleife bleiben. Die Aktie befindet sich in einem intakten Aufwärtstrend und brach am 28. Mai auf ein neues Allzeithoch bei 16 USD aus. Hier könnte man nun prozyklisch folgen. (TOYO)

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