EnBW Energie Baden-W├╝rttemberg AGEI Kaufen
06.12. 11:12 85,100€ -1,73%
RWE AGEI Kaufen
06.12. 11:12 41,900€ +0,62%
27.09. 19:18

ROUNDUP: Atomstrom k├Ânnte in Neckarwestheim bis Mitte April produziert werden


KARLSRUHE/NECKARWESTHEIM (dpa-AFX) - Der Energieversorger EnBW bereitet sein Atomkraftwerk Neckarwestheim II im Landkreis Heilbronn f├╝r einen m├Âglichen Betrieb bis l├Ąngstens zum 15. April n├Ąchsten Jahres vor. Der Meiler solle aber zun├Ąchst auf jeden Fall am 31. Dezember heruntergefahren werden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Karlsruhe mit. Das Bundeswirtschaftsministerium und die Betreiber der Atomkraftwerke Neckarwestheim II (GKN II) und Isar 2 h├Ątten Eckpunkte f├╝r einen m├Âglichen l├Ąngeren Betrieb vereinbart, hie├č es.

Demnach will die Bundesregierung sp├Ątestens Anfang Dezember entscheiden, ob f├╝r die Versorgungssicherheit in Deutschland eine Stromproduktion der Atommeiler im kommenden Jahr erforderlich ist. Anfang Januar soll das Ganze nochmals ├╝berpr├╝ft werden.

Sollte die Bundesregierung entscheiden, dass eine weitere Stromproduktion in Neckarwestheim erforderlich ist, werde der Reaktorkern der Anlage mit vorhandenen teilverbrauchten Brennelementen neu zusammengesetzt und wiederhochgefahren, erl├Ąuterte die EnBW. Das solle eine Stromproduktion von bis zu 1,7 Milliarden Kilowattstunden Strom gew├Ąhrleisten, hie├č es.

"Die jetzt getroffene Vereinbarung mit der Bundesregierung ist f├╝r uns als Energieunternehmen einerseits in der Umsetzung sehr anspruchsvoll", erkl├Ąrte Georg Stamatelopoulos, EnBW-Vorstand f├╝r nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur. "Andererseits wird EnBW, wie stets betont, ihren Beitrag f├╝r die Sicherheit der Energieversorgung in Deutschland immer nach besten Kr├Ąften leisten."

Eigentlich war geplant, dass Neckarwestheim II und Isar 2 in Bayern sowie der Meiler Emsland in Niedersachsen als letzte drei in Deutschland noch laufende AKW zum Jahresende vom Netz gehen. Die EnBW hat sich seit dem beschlossenen Atomausstieg Deutschlands nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima 2011 neu aufgestellt und konzentriert sich auf die Energieerzeugung mit Erneuerbaren.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Gr├╝ne) hatte Anfang September den Plan f├╝r einen m├Âglichen Weiterbetrieb (Reservebetrieb) der beiden Atomkraftwerke in Baden-W├╝rttemberg und Bayern angek├╝ndigt. Das AKW Emsland soll nicht Teil dieser Notfallreserve sein und fristgerecht zum Jahresende abgeschaltet werden.

Die hohen Anforderungen an die Sicherheit des Meilers in Neckarwestheim bestehen nach EnBW-Angaben unver├Ąndert fort und werden unabh├Ąngig ├╝berwacht. Der Konzern habe sich ferner dazu verpflichtet, eventuell entstehende Gewinne durch den Weiterbetrieb in konkrete Ma├čnahmen der Energiewende zu investieren. Sofern das Kraftwerk nicht in der Einsatzreserve genutzt werde oder die entstehenden Kosten durch die Erl├Âse aus dem Betrieb nicht gedeckt werden k├Ânnen, werde der Staat die Verluste ausgleichen, hie├č es weiter.

Damit die Atomkraftwerke Emsland und Neckarwestheim II bis Ende des Jahres in vollem Umfang Strom produzieren k├Ânnen, haben die Energieversorger EnBW und RWE unterdessen gesetzlich verbriefte Strommengen gewisserma├čen umgebucht. Gem├Ą├č Atomgesetz darf jeder Meiler nur eine ihm individuell zugeordnete Elektrizit├Ątsmenge erzeugen. Es ist aber m├Âglich, diese Kontingente zu ├╝bertragen.

Aus der ungenutzten Strommenge des abgeschalteten EnBW-Kernkraftwerks Philippsburg 2 hat der Karlsruher Versorger nun rund 1,467 Terawattstunden auf Block II seiner Anlage in Neckarwestheim ├╝bertragen sowie 0,06 Terawattstunden auf den RWE-Meiler Emsland. "So ist gesichert, dass die technisch m├Âgliche Menge Strom auch wirklich produziert und dem Markt zur Verf├╝gung gestellt werden kann", sagte der Chef der EnBW-Kernkraftsparte, J├Ârg Michels, der Deutschen Presse-Agentur. Die ├ťbertragungen st├╝nden aber nicht im Zusammenhang mit der Debatte ├╝ber eine Laufzeitverl├Ąngerung der Atomkraftwerke./kre/DP/nas