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ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: US-Zollpaket treibt Anleger in die Flucht


FRANKFURT (dpa-AFX) - Das angekündigte Zollpaket von US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag den Anlegern am deutschen Aktienmarkt gründlich die Laune verdorben. Gesucht waren - wie so oft in unsicheren Zeiten - vermeintlich sichere Anlage-Häfen wie Staatsanleihen und Gold.

Der Dax fiel auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar und schloss mit einem Minus von 3,01 Prozent bei 21.717,39 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor letztlich 2,25 Prozent auf 26.874,62 Zähler.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es am Ende um 3,6 Prozent auf 5.113 Punkte abwärts. Außerhalb der Eurozone büßten der Zürcher SMI 2,5 Prozent und der Londoner FTSE 100 1,6 Prozent ein. In den USA sackte der Dow Jones Industrial zuletzt um 3,3 Prozent ab. Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 4,4 Prozent.

Die Vereinigten Staaten belegen ab Samstag Einfuhren aus allen Ländern pauschal mit Zöllen von zehn Prozent. Zudem kündigte die US-Regierung einen komplexen Mechanismus wechselseitiger Zölle an, der für viele Länder höhere Abgaben vorsieht. Für die Europäische Union heißt das, dass Exporte ihrer Mitgliedsländer in die Vereinigten Staaten ab kommender Woche mit einem Zoll von 20 Prozent belegt werden.

Die von Trump verhängten Zölle seien schädlich und riskant, die USA verließen damit die multilaterale Handelsordnung, sagte Jan Viebig, Chef-Anlagestratege bei der Investmentbank Oddo BHF. Trump gehe das Risiko eines Handelskriegs mit den wichtigsten Handelspartnern der USA ein und beschwöre aufgrund der Höhe der beschlossenen Zölle Risiken für die Weltwirtschaft herauf.

Unter Druck gerieten am Donnerstag die meisten Branchen. Schwer traf es Bankenwerte aufgrund gesunkener Marktzinsen. Deutsche Bank verloren knapp 7 Prozent. Rohstoff-, Industrie-, Auto- und Techwerte sackten ebenfalls ab. Pharma-Aktien legten indes teilweise zu, weil Zölle für diese Branche vorübergehend nicht gelten sollen.

Die Aktien von Sportartikelherstellern wie Adidas und Puma brachen prozentual zweistellig ein, weil für sie der südostasiatische Raum ein wichtiger Produktionsstandort ist und Trump Länder aus dieser Region mit besonders hohen Zöllen überzieht.

Die Puma-Papiere konnten sich von ihrem zeitweise fast 14-prozentigen Verlust nach einem angekündigten Führungswechsel im späten Handel leicht erholen und schlossen mit einem Minus von gut 11 Prozent. Der Vorstandschef des Sportartikelherstellers, Arne Freundt, tritt "wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Umsetzung der Strategie" zum 11. April zurück. Sein Nachfolger wird ab 1. Juli der ehemalige Adidas-Vorstand Arthur Hoeld.

Siemens übernimmt den Anbieter von Forschungs- und Entwicklungssoftware im Bereich Life Sciences, Dotmatics für 5,1 Milliarden US-Dollar. Die Übernahme sei sinnvoll, aber nicht billig, hieß es dazu von Analysten der kanadischen Bank RBC. Die Siemens-Aktien fielen um mehr als 8 Prozent. Laut Finanzchef Ralf Thomas wird die Finanzierung der Übernahme "in erster Linie durch den Verkauf von Anteilen an börsennotierten Unternehmen, einschließlich Siemens Healthineers , erfolgen". Dessen Papiere büßten 7,2 Prozent ein, jene von Siemens Energy 5,6 Prozent.

Immobilienwerte zählten bei fallenden Marktzinsen zu den Gewinnern. Vonovia gewannen als Dax-Spitzenreiter 7,4 Prozent. Im MDax lagen TAG , Deutsche Wohnen , Aroundtown und LEG auf den vorderen Plätzen mit Aufschlägen zwischen 3,8 und 6,9 Prozent. Die Titel des Immobilienfinanzierers Hypoport führten den Nebenwerteindex SDax mit plus 7,3 Prozent an./edh/he