FRANKFURT (dpa-AFX) - Die andauernden Kampfhandlungen im Nahen Osten dürften die weltweiten Börsen auch am Dienstag belasten. Auf Kursverluste an den asiatisch-pazifischen Aktienmärkten werden aller Voraussicht nach Einbußen an Europas Märkten folgen. Und auch für die Wall Street und die Nasdaq-Börse werden bereits wieder fallende Kurse prognostiziert. Der X-Dax als Indikator für den Dax signalisierte im vorbörslichen Handel ein Minus von gut einem Prozent auf 24.372 Punkte. Das wäre für den Dax der niedrigste Stand seit Anfang Februar. Ähnlich hohe Verluste werden am Morgen für den Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 indiziert. Unter den Anlegern geht weiter die Sorge vor einer Energiekrise um. Die Angriffe der USA und Israels auf militärische Infrastrukturen des Iran ging über Nacht weiter und umgekehrt greift Teheran als Reaktion unter anderem Ziele in den Golfstaaten an. "Die militärische Eskalation im Nahen Osten erhöht die Risiken für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte erheblich", schrieben am Morgen die Experten der NordLB. Der Straße von Hormus als Öl- und Gasroute kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. "Je länger die Interventionen anhalten und je weiter sich die Angriffe auf andere Länder in der Region ausweiten, desto höher ist das Risiko, um von einem echten, belastenden Ereignis für die Kapitalmärkte auszugehen", schrieben die NordLB-Experten. Bei der Commerzbank wird angesichts steigender Ölpreise auch wieder auf Inflationsrisiken verwiesen. Mit Blick auf einzelne Aktien sorgten Empfehlungen von Analysten für Bewegung im vorbörslichen Handel auf Tradegate. So stiegen Deutsche Börse um knapp zwei Prozent, nachdem die Investmenthäuser Jefferies und Kepler Cheuvreux die Aktien auf "Buy" hochgestuft hatten. Das Unternehmen profitiert zudem von der aktuell größeren Schwankungen an den Finanzmärkten. Bei Beiersdorf müssen sich Anleger auf besonders hohe Kursverluste einstellen. Auf der Plattform Tradegate wurden die Titel am Morgen fast acht Prozent unter ihrem Xetra-Schlusskurs vom Vortag gehandelt, weil der Konsumgüter- und Klebstoffkonzern für das laufende Jahr kaum mit Wachstum plant. Callum Elliott von Bernstein Research schrieb, um den Ausblick werde es Diskussionen geben, ob er konservativ oder schlicht enttäuschend sei. Die Aktien von Kion verloren dagegen drei Prozent. Die Bank Exane BNP strich das Kaufvotum für die Papiere des Herstellers von Logistiktechnik. Die Anteile von SMA Solar büßten vorbörslich mehr als fünf Prozent ein. Ein Händler nannte die Gewinnprognose des Unternehmens für das laufende Jahr enttäuschend./bek/mis