PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte haben sich am Mittwoch weiter erholt. Sie reagierten damit auf erneute Hoffnungen auf einen Ausweg im Iran-Krieg. Die US-Regierung hatte den Machthabern in Teheran Medienberichten zufolge einen 15 Punkte umfassenden Plan zur Beendigung des Konflikts unterbreitet. Dass Irans Militärführung Berichte über Verhandlungen zurückwies, konnte dem Optimismus am Markt wenig anhaben. Beim EuroStoxx 50 stand am Ende ein Plus von 1,22 Prozent auf 5.649,33 Punkte zu Buche. Damit verzeichnete der Leitindex der Eurozone den dritten Gewinntag in Folge. Gleiches galt für den Schweizer SMI , der 1,62 Prozent fester mit 12.718,36 Punkten schloss. Für den britischen FTSE 100 ging es um 1,42 Prozent auf 10.106,84 Punkte bergauf. Börsenexperten äußerten sich indes zurückhaltend zur Lage im Nahen Osten. "Trotz der angeblichen Verhandlungen werden die Kampfhandlungen fortgesetzt", stellte Chefmarktanalyst Christian Henke vom Broker IG Markets fest. "Der iranische Widerstand wurde offensichtlich unterschätzt, wie auch die Ausweitung des Konfliktes auf die Golfstaaten." Daher könne bestenfalls von einer temporären Beruhigung der Märkte die Rede sein. Für Experte Andreas Lipkow von CMC Markets "überwiegt zwar immer noch die Erleichterung darüber, dass sich die Situation im Nahen Osten zumindest kurzfristig nicht weiter verschlimmert. Doch es bleiben die Zweifel, ob die vermeintlichen Gespräche am Ende tatsächlich zu einem Waffenstillstand führen können, da die Vorstellungen der drei Kriegsparteien (USA, Israel und Iran) doch ziemlich weit auseinanderliegen." Im marktbreiten Stoxx Europe 600 legte der Rohstoffsektor am stärksten zu. Gefragt waren auch Finanzdienstleister und Börsenbetreiber , die Gesundheitsbranche sowie Bankentitel . In Zürich waren Aktien der Online-Apotheke DocMorris mit 8,8 Prozent Aufschlag gefragt. Hier fordert Großaktionär CEPD einen Umbau des Verwaltungsrats. Auf vergleichsweise wenig Interesse stießen die als defensiv geltenden Telekommunikations- , Gebrauchsgüter- und Lebensmittelkonzerne . Sie profitieren üblicherweise eher von einem schwachen Marktumfeld./gl/jha/