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Aktien Frankfurt: Dax dank Hoffnung im Iran-Krieg wieder bei 24.000 Punkten


FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Hoffnung auf weitere Gespräche im Iran-Krieg hat dem Dax am Dienstag klar Auftrieb gegeben. Schon kurz nach Handelsbeginn knackte der wichtigste deutsche Aktienindex die Marke von 24.000 Punkten, über welcher die Erholung in der Vorwoche stockte. Um die Mittagszeit stand noch ein Plus von 0,92 Prozent auf 23.960 Punkte zu Buche. Der MDax mit den mittelgroßen hiesigen Börsenunternehmen gewann 0,98 Prozent auf 30.547 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,9 Prozent bergauf.

Da die USA und der Iran eine weitere Gesprächsrunde erwögen, bestehe "die Chance auf ein Ende der militärischen Auseinandersetzungen", schrieb Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Ein Friedensabkommen würde zudem die Straße von Hormus öffnen, einen für die Weltwirtschaft wichtigen Schifffahrtsweg. Zudem wollen die libanesische Regierung und Israel in Washington erstmals seit Jahrzehnten direkte Gespräche beginnen. Israel strebt laut Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon an. Er fordert eine Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz, die mit dem Iran verbündet ist.

Bereits zu Wochenbeginn hatten Dax und EuroStoxx angesichts freundlicher US-Börsen ihre Verluste bis zum Handelsende deutlich eingedämmt. Selbst die US-Blockade der Straße von Hormus, die nach gescheiterten ersten Gesprächen zwischen den USA und Iran in Kraft getreten war, hatte die Anleger nicht verschreckt. Die Aktienmärkte in Asien profitierten ebenfalls von den Spekulationen über eine baldige Fortsetzung der Gespräche, während die Ölpreise wieder unter der 100-Dollar-Marke liegen.

Am deutschen Aktienmarkt stach Heidelberger Druck mit einem Kurssprung von fast 18 Prozent heraus. Dass sich Brandenburgs Ministerpräsident am Standort Brandenburg an der Havel über den Einstieg ins Drohnenabwehrgeschäft informieren will, belebte die Rüstungsfantasie erneut. Schon Mitte März hatten die Aktien von der Ankündigung profitiert, neben dem Kerngeschäft mit Druckmaschinen und angebotenen Auto-Ladeboxen ein weiteres Standbein im Bereich der Drohnenabwehr aufzubauen. Hierbei handelt es sich um ein Gemeinschaftsunternehmen einer Tochter mit dem amerikanisch-israelischen Technologie-Anbieter Ondas Autonomous Systems.

Dass die EU zum Schutz der europäischen Stahlindustrie ihre Einfuhrregeln verschärft, bescherte Salzgitter und Thyssenkrupp Kursgewinne von 6,5 beziehungsweise 3,7 Prozent. Damit setzten die Aktien ihre Ende März begonnene Erholungsrally fort.

Ansonsten bewegten Analystenaussagen. Bei Continental sorgte eine Hochstufung für Kursgewinne von 2,4 Prozent. Die britische Investmentbank Barclays setzt in der europäischen Automobilbranche im aktuellen Umfeld stärker auf Defensivqualitäten und Preismacht.

Eckert & Ziegler erholten sich um 6 Prozent, nachdem das Bankhaus Metzler die Beobachtung mit einer Kaufempfehlung aufgenommen hatte. Der Hersteller radioaktiver Komponenten für Industrie und Medizin verzeichne ein solides Wachstum in einem gut abgeschirmten Geschäftsfeld, lobte Alexander Neuberger. Trotz Rekordmargen seien die Papiere deutlich günstiger bewertet als die der Konkurrenz.

Die Aktien von Nordex sanken indes nach dem Rekordhoch der vergangenen Woche um 1,5 Prozent. Das Analysehaus MWB Research attestierte dem Windturbinenhersteller zwar trotz eines Rückgangs einen soliden Auftragseingang für das erste Quartal. Doch angesichts der jüngsten Kursrally werde er nun vorsichtiger, begründete Experte Leon Mühlenbruch seine Abstufung.

Für Aixtron ging es um weitere 2,6 Prozent bergab, nachdem die Investmentbank Oddo BHF zwar das Kursziel angehoben, aber ihre positive Anlageempfehlung gestrichen hatte. Inzwischen sei bereits ein sehr guter Geschäftsverlauf bis 2027 eingepreist, schrieb Martin Marandon-Carlhian./gl/jha/

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---