BERLIN (dpa-AFX) - Die Zahl der Apotheken ist zum Start ins Jahr weiter gesunken. Ende März gab es bundesweit noch 16.541 Apotheken und damit 60 weniger als zum Jahreswechsel, wie aus Daten der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände hervorgeht. Seit Anfang Januar standen dabei 19 Neueröffnungen 79 Schließungen gegenüber. Erfasst werden jeweils Hauptapotheken und Filialen, von denen es bis zu drei geben kann. Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes, Hans-Peter Hubmann, sagte: "Die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln ist zwar weiterhin gesichert, aber lange kann es so nicht mehr weitergehen." Jede geschlossene Apotheke bedeute weitere Wege für tausende Patienten. Der seit Jahren anhaltende Rückgang der Apothekenzahl sei nur selten auf individuelle Fehlentscheidungen oder intensiveren Wettbewerb zurückzuführen, sondern begründet in einer "chronischen Unterfinanzierung" der Apotheken. Die Branche fordert seit Jahren, einen Fix-Bestandteil des Honorars von 8,35 Euro pro Packung auf 9,50 Euro anzuheben. Die schwarz-rote Koalition plante dies, stellte es jedoch wegen der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen zurück. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte nun an, die Erhöhung anzugehen. Zugleich sollen mit einer Gesundheitsreform aber auch Ausgabenbremsen für Apotheken kommen. Die finanzielle Lage soll auch Thema bei einem Wirtschaftsforum des Verbands am Dienstag in Berlin sein./sam/DP/zb