(neu: Aktienkurs und Analysehäuser) MAINTAL (dpa-AFX) - Eine schwache Nachfrage aus der Automobilindustrie hat bei Norma Group auch im Auftaktquartal 2026 Spuren in der Bilanz hinterlassen. "Der Start in das Jahr 2026 war erwartungsgemäß anspruchsvoll", sagte Unternehmenschefin Birgit Seeger am Dienstag laut einer Mitteilung. Während sich das Geschäft im Bereich Mobility & New Energy weiterhin schwächer entwickelt habe, habe Industry Applications ein organisches Wachstum verzeichnet. Zudem wirkten sich die Effizienzmaßnahmen positiv aus. Die Ziele für das Gesamtjahr bestätigten die Hessen. An der Börse kamen die Quartalszahlen gut an. Die Aktie legte zuletzt um rund 3,5 Prozent auf 15,44 Euro zu. Nach Einschätzung der Investmentbank Oddo BHF ist Norma solide ins neue Jahr gestartet. Dabei hätten die Ergebnisse leicht über den Erwartungen gelegen. Das Unternehmen dürfte somit auf dem besten Weg sein, seine Ziele für 2026 zu erfüllen. Insgesamt bleibe Norma ein Unternehmen im Umbruch, bei dem es noch viel Arbeit gebe. Auch für das Analysehaus MWB Research schnitt das Unternehmen bei den Ergebnissen besser ab als erwartet. Die Profitabilität habe sich dank höheren Effizienzgewinnen verbessert. Im ersten Quartal schrumpfte der Umsatz im Jahresvergleich auch wegen ungünstiger Wechselkurse um 5,7 Prozent auf 208,6 Millionen Euro, wie das im SDax notierte Unternehmen in Maintal mitteilte. Bereinigt um Währungseffekte fiel der Erlös um 1,3 Prozent. Dabei entwickelte sich das Geschäft mit der Autoindustrie schleppend. Besser lief es hingegen im Bereich mit Industriekunden dank einer guten Nachfrage in China. Operativ machte das Unternehmen wieder einen Gewinn. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug dank Kosteneinsparungen 6,3 Millionen Euro, nach einem Verlust von 0,2 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Die Ergebnismarge vor Zinsen und Steuern landete damit bei 3,0 Prozent. Unter dem Strich blieb dank des Verkaufs des Geschäfts für Wassermanagement ein Gewinn von 310,4 Millionen Euro hängen. Im Vorjahr hatte der Konzern noch einen Verlust von 3,9 Millionen Euro ausgewiesen. Nach dem inzwischen abgeschlossenen Verkauf des Wassermanagement-Geschäfts will sich Norma stärker auf das Kerngeschäft mit Verbindungslösungen und industriellen Anwendungen fokussieren und sich mehr auf wachstumsstarke Kundensegmente ausrichten. Um Kosten einzusparen, stehen die Standortkapazitäten des Unternehmens weltweit auf dem Prüfstand. In China wurden bereits im vergangenen Jahr zwei Werke geschlossen. Bis 2028 sollen nach aktueller Planung 400 Stellen weltweit gestrichen werden. Die ersten 100 sind nach Angaben einer Sprecherin bereits im vergangenen Jahr weggefallen. Ende März beschäftigte Norma knapp 6.100 Menschen. In Deutschland wurde zuletzt für den Abbau von Verwaltungsstellen ein Freiwilligenprogramm gestartet. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Unternehmen ein Umsatzplus von bis zu zwei Prozent an, der Erlös könnte im schlechten Fall aber auch stagnieren. Im vergangenen Jahr war der Erlös um fast sieben Prozent auf knapp 822 Millionen Euro zurückgegangen. Die um Sondereffekte bereinigte Ergebnismarge vor Zinsen und Steuern dürfte den Plänen zufolge im laufenden Jahr bei 2 bis 4 Prozent landen. 2025 war die operative Marge um fast 3 Prozentpunkte auf 0,8 Prozent gefallen./mne/niw/stk